Digitale Souveränität
Wem gehört eigentlich Ihre Website?
Nicht die Domain — die gehört Ihnen. Die Frage ist, wie viele fremde Unternehmen bei jedem Aufruf Ihrer Seite mitlesen, in welchem Rechtsraum die sitzen, und was passiert, wenn sich dort etwas ändert.
Wer kann auf die Daten zugreifen?
Bei einem US-Anbieter nicht nur der Anbieter selbst. Der CLOUD Act verpflichtet amerikanische Unternehmen, Daten herauszugeben, die sie kontrollieren — unabhängig davon, in welchem Land die Server stehen. Ein Rechenzentrum in Frankfurt ändert daran nichts, wenn der Betreiber in Delaware sitzt.
Ist das nicht längst geregelt?
Teilweise. Seit 2023 gibt es das EU-US Data Privacy Framework, und solange es gilt, ist die Übermittlung zulässig. Seine beiden Vorgänger — Safe Harbor und Privacy Shield — wurden allerdings vom Europäischen Gerichtshof gekippt, und auch gegen das aktuelle Abkommen laufen Verfahren. Wer heute darauf baut, plant mit einer Rechtsgrundlage, die schon zweimal weggefallen ist.
Was passiert, wenn es wieder kippt?
Dann müssen betroffene Dienste kurzfristig ersetzt werden — Analytics, Schriftarten, Formulare, Terminbuchung, oft auch das Hosting. Das ist deutlich teurer als es von vornherein anders zu bauen, und es passiert dann bei allen gleichzeitig.
Betrifft das kleine Unternehmen überhaupt?
Bei Bußgeldern selten, bei Abmahnungen regelmäßig. Das bekannteste Beispiel ist Google Fonts: ein Landgericht sprach 2022 einem Websitebesucher Schadenersatz zu, weil seine IP-Adresse ohne Einwilligung an Google übertragen wurde. Danach gingen serienweise Abmahnschreiben an Betreiber kleiner Seiten.
Was sich tatsächlich ändern lässt
Sortiert nach Aufwand, nicht nach Wichtigkeit. Die meisten Seiten kommen mit den ersten beiden Punkten schon sehr weit.
- 1
Schriftarten und Skripte lokal ausliefern
Der häufigste und billigste Fund. Google Fonts, jQuery aus einem CDN, Icon-Bibliotheken — alles davon kann auf dem eigenen Server liegen. Meist eine Stunde Arbeit.
- 2
Reichweitenmessung auf eigene Infrastruktur
Selbst gehostetes Matomo oder Umami ersetzt Google Analytics. Ohne Cookies entfällt oft auch die Einwilligungspflicht, und damit das Banner, das ohnehin niemand freiwillig anklickt.
- 3
Formulare und Terminbuchung prüfen
Kontaktformulare laufen häufig über US-Versanddienste, Terminbuchung über US-Kalender. Beides gibt es europäisch oder selbst betrieben.
- 4
Hosting dorthin, wo das Recht gilt
Der größte Posten, aber selten der dringendste. Wichtiger als der Serverstandort ist, dass sich das Projekt überhaupt verlagern lässt — als Container statt als Funktion in der Plattform eines Anbieters.
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Wie sieht es bei Ihnen aus?
Adresse eingeben, und Sie sehen in Sekunden, welche fremden Dienste Ihre Seite nachlädt und in welchem Rechtsraum die sitzen. Wir speichern weder die Adresse noch das Ergebnis.
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