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Sichtbarkeit

Website-Umzug ohne Verlust bei Google: So gehen wir vor

Eine neue Website bringt neue Adressen. Ohne saubere Weiterleitungen verliert sie ihre Platzierung bei Google. Sechs Schritte für den Umzug.

Eine neue Website ist fast immer auch ein Umzug. Die Seite „Leistungen/Erbrecht“ heißt künftig „erbrecht“, aus „kontakt.html“ wird „kontakt“, manche Seiten fallen weg, andere werden zusammengelegt. Für Besucher ist das kein Problem, solange sie über die Startseite kommen. Für Google schon.

Warum alte Adressen wichtig sind

Deine bisherige Seite steht mit ihren Adressen in Googles Index. Andere Websites verlinken auf sie, Kunden haben sie als Lesezeichen, in alten E-Mail-Signaturen und auf Visitenkarten stehen sie auch. Wenn diese Adressen nach dem Umzug ins Leere führen, sieht Google eine Fehlerseite und nimmt den Eintrag nach einiger Zeit aus dem Index. Die Platzierung, die sich über Jahre aufgebaut hat, ist dann weg.

Die Lösung sind Weiterleitungen: Jede alte Adresse schickt Besucher und Suchmaschinen dauerhaft an die passende neue. So machen wir das.

1. Alle alten Adressen erfassen

Bevor irgendetwas umgestellt wird, sammeln wir jede Adresse der alten Seite. Quellen dafür sind die Sitemap der alten Seite, der Leistungsbericht in der Google Search Console (dort steht, welche Seiten überhaupt Besucher bekommen) und ein Durchlauf, der alle internen Links verfolgt. Zusätzlich prüfen wir bekannte Links von anderen Websites, um möglichst keine alten Adressen zu übersehen.

2. Jede alte Adresse einer neuen zuordnen

Das Ergebnis ist eine Tabelle: links alt, rechts neu. Wichtig ist, dass jede alte Seite auf die inhaltlich passende neue zeigt. Alles auf die Startseite umzuleiten ist bequem, aber Google behandelt solche Weiterleitungen oft wie eine Fehlerseite, weil der Inhalt nicht zusammenpasst.

Fällt eine Seite ersatzlos weg, zeigt sie auf die nächstverwandte Seite. Gibt es keine, ist eine ehrliche Fehlerseite besser als eine irreführende Weiterleitung.

3. Dauerhaft weiterleiten

Die Weiterleitungen werden auf dem Server eingerichtet, als sogenannte 301-Weiterleitung. Die 301 sagt Suchmaschinen: Diese Seite ist dauerhaft umgezogen, übertrage alles auf die neue Adresse. Eine 302 dagegen bedeutet „vorübergehend“ und lässt Google im Unklaren.

4. Jede Weiterleitung prüfen

Dieser Schritt wird am häufigsten ausgelassen. Nach dem Livegang rufen wir jede alte Adresse tatsächlich auf und prüfen zwei Dinge: Kommt eine 301 zurück, und landet sie auf der richtigen Seite? Tippfehler, vergessene Schrägstriche und Weiterleitungsketten fallen nur so auf.

Beim Umzug einer Münchner Notarkanzlei waren es 28 Adressen. Jede einzelne haben wir gegen den Zielserver geprüft, nicht nur eingetragen.

5. Google Bescheid geben

In der Google Search Console reichen wir die neue Sitemap ein. Ändert sich auch die Domain, etwa von einer alten Baukasten-Adresse auf die eigene, gibt es dort zusätzlich das Werkzeug „Adressänderung“. Es teilt Google mit, dass die ganze Seite umgezogen ist.

6. Beobachten und dranbleiben

In den ersten vier bis acht Wochen sehen wir regelmäßig in die Search Console: Tauchen Fehlerseiten auf, die wir übersehen haben? Bleiben die Besucherzahlen stabil? Kleine Schwankungen sind normal, Google braucht einige Zeit, um alles neu einzuordnen.

Die Weiterleitungen bleiben danach bestehen, mindestens ein Jahr, besser dauerhaft. Sie kosten nichts, und irgendwo steht immer noch eine alte Adresse auf einer Visitenkarte.

Kurz gesagt

Ein Website-Umzug ist vor allem Sorgfalt: alles erfassen, sinnvoll zuordnen, dauerhaft weiterleiten, jede Weiterleitung prüfen. Saubere Weiterleitungen helfen, die bestehende Sichtbarkeit zu erhalten. Nach dem Umzug beobachten wir die Ergebnisse, damit wir auf Fehler und Veränderungen reagieren können.

Wenn du wissen möchtest, wie deine jetzige Seite technisch dasteht, zeigt dir das unser Website-Check in ein paar Sekunden.